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Stetoskop und MedikamenteNach zwei Ausnahmejahren aufgrund der Corona-Pandemie kehrt die Schweizer Krankenkasse Helsana wieder zur Normalität zurück. Im Grundversicherungsgeschäft hat Helsana 200 Millionen Franken an Verlusten erlitten. Aufgrund der guten Rendite auf den Finanzmärkten kann sie jedoch einen Gewinn verzeichnen.

Nach zwei Ausnahmejahren aufgrund der Corona-Pandemie steigt das Prämienvolumen bei der Helsana an. Gemessen an der Zahl der Grundversicherten ist die Helsana die grösste Schweizer Krankenkasse. Lag das Prämienvolumen 2021 noch bei 7,4 Milliarden Franken, so wird auch für 2022 ein Plus erwartet. Das Prämienvolumen könnte auf 7,5 Milliarden Franken steigen. Das liegt hauptsächlich an einer gestiegenen Zahl an Versicherten. Der Kundenstamm in der Grundversicherung stieg im vergangenen Jahr um netto 54'000 auf mehr als 1,5 Millionen Personen an.

Gewinn für 2021

Die Helsana kann für 2021 unter dem Strich einen Gewinn von 231 Millionen Franken verzeichnen. Roman Sonderegger, der Chef der Helsana, sprach am 17. Februar bei der Präsentation der Jahreszahlen von einem traumhaften Finanzergebnis. Im letzten Jahr gab es jedoch ein negatives versicherungstechnisches Ergebnis. Dieses Defizit lag gruppenweit bei ungefähr 120 Millionen Franken. Im Grundversicherungsgeschäft war sogar ein Defizit von 200 Millionen Euro zu verbuchen. Die Helsana erwartet auch im laufenden Jahr einen Verlust im Grundversicherungsgeschäft.

Der Grund für diese Entwicklung ist die letzte Prämienrunde von faktisch null. Gemäss der Erwartungen der Helsana können die Kosten wieder steigen. Mit einer Steigerung von 2,5 bis 3 Prozent wird gerechnet. Das entspricht dem langjährigen durchschnittlichen Erfahrungswert. Experten gehen von einem schlechten Jahr 2022 für die gesamte Branche aus.

Helsana kehrt nach zwei Coronajahren zur Normalität zurück

Auf das Kostenwachstum folgt ein Prämienwachstum, das lediglich durch einen weiteren Reserveabbau abgefedert werden könnte. Sonderegger betont, dass Helsana in den nächsten Jahren Reserven zurückzahlen will. Über mehrere Jahre wurde ein Abbauplan vorgelegt.

Aufgrund der Corona-Pandemie entwickelten sich die Gesundheitskosten äusserst unterschiedlich. Nach den zwei Ausnahmejahren könnte sich die Situation wieder normalisieren. Stagnierten die Pro-Kopf-Kosten aufgrund des ersten Lockdowns 2020, ist 2021 wieder mit einem Kostenanstieg von sechs Prozent in der Grundversicherung zu rechnen. Der Nachholeffekt fiel laut Finanzchef Ronny Bächtold höher als erwartet aus.

Gute Ergebnisse im Zusatzversicherungsgeschäft

Das Geschäft mit den Zusatzversicherungen lief im letzten Jahr gut. Helsana erzielte hier in ihrer Unternehmensgeschichte das bislang beste Ergebnis. Die neuen Produkte zur Bedienung der Nachfrage nach Gesundheitsförderung und Komplementärmedizin gelten in diesem Bereich als Wachstumstreiber.

Helsana muss jedoch weiterhin mit dem Krankentaggeld-Geschäft kämpfen. Sonderegger erwartet, dass es 2024 aus der Verlustzone kommt.

Verzicht auf unerwünschte Telefonate zur Anbahnung von Beratungsgesprächen

Firmen verpflichten sich mit der 2021 in Kraft getretenen Branchenvereinbarung der Krankenversicherer zum Verzicht auf unerwünschte Telefonanrufe zur Anbahnung von Beratungsgesprächen. Damit ist auch Helsana beschäftigt. Die Krankenkassen versprechen auch eine Verbesserung der Beratungsqualität sowie der Abschlüsse in der Grund- und Zusatzversicherung. Die Höhe der Versicherungsprovisionen soll begrenzt werden.

Helsana gehört zu den Krankenkassen, die über Vermittler vergleichsweise viele Abschlüsse erhalten. Trotzdem geht Sonderegger davon aus, dass sich die Selbstregulierung durch die Vereinbarung am Markt bewährt hat. Helsana musste zweimal eine Busse wegen Verstössen zahlen.

Quelle:

https://www.luzernerzeitung.ch/wirtschaft/helsana-helsana-bleibt-steigert-gewinn-ld.2252624
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